Meine "finale" Etappe ...
Nach der
Tour über die Pyrenäen und der Ankunft auf Mallorca, galt es nun für mich, endlich auch auf den
Puig Major zu fahren.
Bis dorthin hatte ich es während meiner bisherigen Urlaube auf Mallorca leider noch nicht geschafft.
Im Zuge der "Erstbesteigung" am Donnerstag nach der Ankunft, musste ich aber leider feststellen, dass sich auf dem Gipfel eine NATO Radarstation befindet und die letzten ca. 500 Höhenmeter somit dem Militär vorbehalten sind.
Für uns endete der Anstieg auf einem unspektakulären Parkplatz...:
Immerhin... von hier aus kann man den Puig sehen...:
Mist... naja, was will man machen...?
Sieht ja aber auch von hier ganz nett aus....
An den bewaffneten Uniformierten hätte man sich wohl nur schwer vorbeimogeln können...
Enttäuscht machte ich meinem Unmut beim allabendlichen Bier Luft.
Andy gab mir dann den entscheidenden Tipp:
Am Sonntag, den 16. September veranstaltet ein Radclub aus
Alcudia ein Rennen zum Puig, bis hinauf zur
Radarstation.
Für mich stand sofort fest:
Ich muss auf diesen verdammten Berg....
Die für Sonntag geplante Abreise lies sich problemlos verschieben, das Hotel zeigte sich kooperativ, der Flug war schnell umgebucht und der Mietwagen schnell zu Hand. Es fehlte nur noch die Startberechtigung, da die Teilnehmerzahl auf 400 beschränkt war.
"Irgendwie wird das schon gehen", dachte ich mir, machte mich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg quer über die Insel und stand kurz danach mit Startnummer und Transponder am Start in Alcudia...:
Das "Rennen" erwies sich als eine Art Volksradfahren zum Puig mit eingeschobenem
Bergzeitfahren über die letzten sieben Kilometern durch das militärische Sperrgebiet bis zur Radarstation auf dem Gipfel des Puig. Mit der Pyrenäenerfahrung in den Beinen überstand ich die 16% Steigung auf den letzten 2 Kilometern recht gut, ereichte den Gipfel und freute mich wie ein Schneekönig, auch diesen Berg bezwungen zu haben...:
Hier oben wurde schnell klar, wieso die Teilnehmerzahl limitiert ist: Es führt nur eine schmale Straße hinauf über die sowohl auf- als auch abgefahren wird. Um Unfälle zu vermeiden wird die Abfahrt erst freigegeben, wenn alle Teilnehmer oben sind, das Gedränge auf dem kleinen Platz vor der Radarstation war dementsprechend groß...:
Angesichts der vielen Radfahrer, die die 16% "hochkreuzten", erwies sich die Regel "erst alle hoch, dann alle runter" als sehr weise....
Der phänomenale Aussicht und die Freude, es geschafft zu haben, versetzten mich in Hochstimmung...
Auf der Abfahrt hatten viele Radfahrer mit spitzen Steinen zu kämpfen, alle 100 Meter wurden fleißig Schläuche gewechselt.
Ohne Zeitdruck konnte man auch hier die Landschaft bewundern...:
Mit etwas Glück kam ich ohne technische Probleme wieder runter und der restliche Weg verlief, auch dank der vielen Verpflegungsstellen und Streckenposten, ohne Schwierigkeiten.
Beim Einschreiben am Start hatte ich das Buchstabieren meines Namens für umständlich gehalten und stattdessen meinen Führerschein gezeigt, in der Hoffnung, dass meine persönlichen Daten korrekt kopiert werden.
Die hatte allerdings zur Folge, dass mein Geburtsort als Vornamen eingetragen wurde. Da ich meinen Startplatz von einer nicht erschienenen Dame übernommen hatte, bin ich zudem noch als Frau gestartet.
So hatte also Frau Mönchengladbach H. die
Damenwertung gewonnen... na prima...
Angesichts der fortgeschrittenen Zeit musste ich leider vor der Siegerehrung heimfahren. Um die wahre Siegerin nicht um ihren Triumph zu bringen, klärte ich dieses Missverständnis natürlich vorher noch auf.
Müde und glücklich hörte ich dann nach dem Abendessen bei der Begrüßung der Neuankömmlingen, wie Beat diese Anekdote zum Besten gab.

... So gab es dann auch genügend Gesprächsstoff beim allabendlichen Bier.
Auf diesem Wege nochmals meinen Dank an
Ueli und
Beat für die Pyrenäentour, an
Andy für den Tipp und an
Peter, der mir Mut machte, trotz des Aufwandes auf den Puig zu fahren. Es war ein wunderschöner Urlaub mit unvergesslichen Landschaften in den Pyrenäen und einem krönenden Abschluss auf Mallorca...
Danke
Gruß
Frank
Noch ein kleiner Tipp für alle, die im kommenden Jahr Mitte September auf Mallorca radeln:
Dieses Rennen findet jedes Jahr statt, anmelden kann man sich übers Internet (wenn man nicht so spät dran ist, wie ich),
Andy wird euch sicher die entsprechende Web-Seite verraten.