2. Etappe: Morteau - St. Claude: 145 km, 1300 Höhenmeter
Auf einer Nebenstrasse hinauf nach les Alliesa umfahren wir die D 437 in Richtung Pontarlier. In Morez, nach einer längeren Abfahrt steigt dann die Strasse nochmals an. Auf den nächsten 5 Km erwarten uns ca. 200 Höhenmeter. Dafür können wir auf den letzten 10 Km nach St. Claude die Beine lockern: Eine herrliche Abfahrt liegt vor uns.
Nach dem ersten Tag auf dem Rad haben sich am zweiten Morgen die ersten Konsequenzen gezeigt: Das ein oder andere gerötete Gesicht – wer hatte schon im Jura an Sonnencreme gedacht? Einige stiegen auch sehr vorsichtig auf den Sattel – noch zehn Etappen auf demselben Hinterteil?
Mit 15 Minuten Vorsprung gingen die Geniesser an den Start, und kaum waren wir auf der Landstrasse, ein erneuter Beweis, dass Andrés Fluch mitfährt. André ist nicht nur unser Guide, sondern auch Mechaniker, und bislang hatten wir noch auf jedem Teilstück eine Panne. Heute gelang es Mario, einen Knoten in die Kette zu machen, den André entwirren musste. Nach lediglich einigen Kilometern schon der nächste Zwangshalt:
Eine Herde Kühe kreuzte die Strasse. Mit Rindviechern ist bekanntlich nicht zu spassen, also liessen wir die Tiere in Ruhe kreuzen. Danach ging es ohne Störung weiter.
In den ersten Berg, der Auffahrt nach Les Alliés, fuhren Geniesser und Roller gleichzeitig. An der Spitze entwickelte sich ein interessantes Duell: Geniesser Franz und Roller Kurt wollten unbedingt die Bergwertung holen. Immer wieder sprintete dieser davon, nur um sich von jedem wieder einholen zu lassen. Am Ende hatte der Geniesser die Nase vorn!
Die Roller waren natürlich längst an uns vorbeigezogen und fuhren in ihrer eigenen Welt. Ob sie von der Landschaft auch so viel gesehen haben wie die Geniesser? Zumindest hatten sie für den Anblick weniger Zeit, so viel steht fest.
Mittagsrast gab es nach gut 93 Kilometern in dem Dorf Chaux Neuve. Das Restaurant „Pays Nature“ bereitet nicht nur leckeres Essen, es ist auch noch eine soziale Einrichtung, dass Jugendlichen und Erwachsenen, die bislang ausserhalb der Gesellschaft standen, einen (Wieder-)Einstieg ermöglicht. Ausserdem hatten wir unser ganz eigenes „Pulp-Fiction“-Erlebnis. Wissen sie, wie die Franzosen zu Rösti sagen? „Les Rösti“.
Der Zielort St. Claude liegt in einem Tal, dem wir uns sozusagen von oben näherten. Das hatte zwei Vorteile: Es gab zum Abschluss des Tages einen ausgesprochen schönen Ausblick, der von (fast) allen mit der Digitalkamera festgehalten wurde.
Und es ging in schneller Abfahrt nach unten; im Hotel kamen wir ausnahmsweise mal an, ohne schweissnass zu sein.
