Infoletter Nr. 08


Blick auf den Galatzo vom Golfplatz in Santa Ponsa

Die Geschichte von Philipp und seinem Bike Team - oder: Wie sich ein Reformhaus-Aussteiger mit Zeitfahrhelm seinen Traum erfüllte

Liebe Radfahrerinnen, liebe Radfahrer!

"Ich bin der Philipp und habe hier die Gesamtverantwortung." Das war's aber auch schon fast. Viel mehr wusste ich bis vor kurzem nicht über den Eigentümer und Namensgeber des Radferien-Veranstalters, dem ich seit einigen Jahren mit wachsender Begeisterung regelmäßig mein Urlaubsgeld überweise. Zwei Sätze aus tiefer Schweizer Kehle, allwöchentlich bei der Begrüßung der Gäste im Club-Hotel Antillas gesprochen von einem langhaarigen Brillenträger mit Schnauzer und Pferdeschwanz, zu dem Jesus-Latschen und Anti-Atomkraft-Aufkleber viel besser passen würden als Rennräder und die Bezeichnung "Firmeninhaber".

Na gut, ab und zu sah ich diesen vermeintlichen Alt-68er noch hektisch durchs Hotel huschen. Und wenn ich hechelnd irgendwelche mallorquinischen Steigungen hochfuhr, lag er plötzlich seltsam verdreht und Zähne fletschend irgendwo neben der Straße im Graben, um von mir und allen anderen Fotos für die Bilderschau am Abschlussabend zu knipsen. Ach ja, und dass der Mann mit der Gesamtverantwortung und dem markanten Outfit irgendwann mal "ausgestiegen" sein soll und dass es Philipp's Bike Team seit ungefähr sechs Jahren gibt, hatte ich auch gehört. Das war dann aber auch wirklich schon alles. Und mir nicht genug.

Foto links: Philipp, wie ihn seine Gäste auf Mallorca kennen: Die Kamera im Anschlag, wartet der leidenschaftliche Fotograf auf die nächste Radlergruppe, um Bilder zu schießen für die große Multimedia-Schau am Abschlussabend einer jeden Ferienwoche.

Deshalb habe ich ihm kürzlich aufgelauert, um ihn in einer ruhigen Stunde auszuquetschen. Über Philipp's Bike Team im Allgemeinen und "den Philipp" im Speziellen. Und habe dabei einen Idealisten kennen gelernt, der einst die Idee im Kopf hatte, "die guten alten Zeiten in Form von nostalgisch-modernen Radferien" wieder aufleben zu lassen. 1998 wurde dieser Traum wahr - und lockt seitdem Jahr für Jahr immer mehr Hobby-Radler nach Mallorca. Mich auch.


Ein Häuschen mit Aussicht auf das mallorquinische Mittelland in Lloseta: Damals Wohnort von Philipp und Petra und Geburtsstätte des Philipp's Bike Team im Herbst 1996. Auf der Terrasse: Petra, Philipp (links) und sein Freund Marcel Iseli.

"Klein, aber fein auf hohem Niveau", sagt Philipp, soll das sein, was den Unterschied zu anderen Veranstaltern ausmacht. Unter dem Credo "Klasse statt Masse" möchte der 49-Jährige seinen Gästen "einen kleinen Diamanten" bieten, bei dem sie sich zu Hause fühlen.

Nicht mehr zu Hause gefühlt hatte sich Philipp 1990 im traditionsreichen Familien-Unternehmen, der Reformhauskette Egli (ältestes Reformhaus in der Schweiz, 1895 gegründet). Als einer von drei Aktionären und Delegierter des Verwaltungsrates verließ Philipp nach 19-jähriger Mitarbeit die Firma wegen unterschiedlicher Auffassungen über deren Führung - um in den folgenden zwei Jahren hauptsächlich Rad zu fahren und das Leben zu genießen.


Gegen den Wind mit
Blick nach vorn: Philipp 1991.

Während seiner monatelangen Aufenthalte im Hotel Delta auf Mallorca lernte Philipp (spricht übrigens Spanisch, Französisch, Englisch - und ein wenig Hochdeutsch ;-) seinen heutigen sportlichen Leiter Beat Gfeller und seine große Liebe Petra aus Deutschland kennen, die dort mit ihrer Mutter Ferien machte. Den Gästen von Philipp's Bike Team ist Petra heute längst bestens bekannt als Boutique-Chefin, Radwander-Gruppenleiterin und Inbegriff der guten Laune. Wenn die beiden auf Mallorca sind, wohnen sie übrigens zusammen in El Toro bei Santa Ponsa.

Philipp fiel Anfang der neunziger Jahre in Radsportkreisen übrigens weniger durch Leistungsstärke als vielmehr durch sein spektakuläres Erscheinungsbild auf. Beat erinnert sich schmunzelnd: "Er hatte die längsten Haare und das Beste vom Besten an Ausrüstung, war Ästhet durch und durch. Nie vergessen werde ich, als Philipp eines Tages mit einem futuristischen tschechischen Zeitfahrhelm an den Start kam. So ein Ding mit einem stromlinienförmigen Visier nach hinten - lang genug, um sich den unteren Rücken kratzen zu können."


Philipps Lebensgefährtin Petra
und der Superstar der Familie,
"Scotty the Mottler".


Als Philipp fast in den Lenker biss:
Zeitfahren 1992 bei der Vuelta Mallorca
für Senioren in Lloret.

1990 Mannschaftsvierer beim 40-km-Zeitfahren an der
Steigung Weiacher im Züricher Unterland. Von links: Philipp
(mit seinem legendären tschechischen Zeitfahrhelm ;-),
Bumi, Elite-Fahrer Rolf...


1991, als Sekunden noch wichtig schienen: 300 Situps zum
Frühstück und 300 zum Sandmännchen...
Das Radsport-Fieber hatte den Aussteiger vollends gepackt. Ihn, den früheren Segler (Schweizer Jugendauswahl Bootsklasse 420) und Schachspieler (Nationalliga B, hinteres Brett), der erst 1988 mit 34 Jahren in seiner Stammkneipe von Kumpels zum Radfahren gebracht worden war. Seine Lehrmeister damals: Heinz Heinemann, früherer Schweizer Meister in der Bahnverfolgung, und der ehemalige Sechstage-Crack Freddy Eugen.

"Ich war nie ein besonders guter Rennfahrer", erzählt Philipp. "Aber ich wollte herausfinden, wie weit ich meinen Körper ,umbauen' konnte. Mein Hauptziel war, in einem coupierten 20-Kilometer-Zeitfahren in der Schweiz, das wir interne Weltmeisterschaft nannten, alle Freunde und Bekannte einmal zu schlagen. 1992 wurde ich immerhin Dritter und 1993 Vierter. Mehr war aber nicht drin", gibt der Nichtraucher (seit 16 Jahren - vorher 30 bis 40 Zigaretten täglich) zu, der als das Wichtigste in seinem Leben seine geistige Freiheit bezeichnet.

"Die aber kann ich nur erreichen durch finanzielle Unabhängigkeit, also durch eine vernünftige Lebensweise", erläutert Philipp. Für ihn komme nie in Frage, heute Geld auszugeben, das er vielleicht morgen erst verdient. Finanzielle Risiken seien seine Sache nicht.

Auf Mallorca war Philipp zunächst 1993 und 1994 ohne Entgelt beim Radferienveranstalter Max Hürzeler (Swiss-Bicycle-Team) als Fotograf ("ich bin leidenschaftlicher Autodidakt") und Berater tätig, konnte sich aber mit dessen Firmenphilosophie nicht anfreunden. "Ich hatte andere Vorstellungen, wusste aber noch nicht, wie man das realisieren könnte", erzählt Philipp.

Als er 1996 von einem Hotelier gefragt wurde, ob er nicht selbst Radferien veranstalten wolle, kam die "Ideenfabrik" Egli so richtig auf Touren. Nach schier endlosen Verhandlungen und vielen, vielen schlaflosen Nächten konnte Philipp 1998 dann im Hotel Magalluf Park 3 gemeinsam mit alten Bekannten und Idealisten loslegen. Das handverlesene Team der ersten Stunde bestand aus Günther und Isabel Koch, Bumi, Beat, Adrian, Burki, Petra, Hölzli, Heinz Heinemann und Ex-Weltmeister Carsten Wolf.

Der Erfolg stellte sich schon bald ein. 2000 wechselte Philipp's Bike Team ins Vier-Sterne-Hotel Antillas als Club-Standort, 2001 wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Reiseveranstalter Universal in Paguera für individuelle Radferien im Hotel Lido Park die erste Radstation eröffnet.


Foto der ersten Stunde: Das Philipp's Bike Team einen Tag vor dem Start 1998. Oben von links: Bumi, Beat, Günter, Philipp, Adrian, Hölzli. Unten von links: Philipps Schwester Daniela, Petra und Isabel (es fehlen Carsten Wolf, Burki und Heinz Heinemann).


Seit 2001 ist der vierfache Race-Across-America-Teilnehmer Beat Gfeller ganzjährig als sportlicher/technischer Leiter für das Team im Einsatz - und in jenem Jahr fand auch die erste Fernfahrt Basel-Mallorca statt. 2002 eröffnete Philipp an der Ostküste Mallorcas im Universal-Hotel Perla (in S'Illot) die zweite Radstation (für Gäste, die es lieber flach bis wellig und nicht ganz so bergig lieben), 2003 wurde die erste Pyrenäenrundfahrt veranstaltet.

So sieht die nette
Stimme vom Telefon
aus: Petras Schwes-
ter Birgit Lerp leitet
das Reisebüro von
Philipp's Bike Team
in Bielefeld.
Die deutsche Buchungsstelle in Bielefeld ist mittlerweile zum vollwertigen Reisebüro geworden (Chefin ist übrigens Petras Schwester Birgit Lerp) und das Team auf Mallorca stetig gewachsen. Aber damit soll es auch gut sein, was die Größe betrifft. "Wir sind uns alle einig", sagt Philipp, "dass 170 Gäste pro Woche die absolute Obergrenze sind. Ansonsten können wir unsere Gäste nicht mehr so umsorgen, wie wir es möchten. Auf keinen Fall wollen wir zum Massenbetrieb werden."
 

Foto rechts: Beat Gfeller war Philipps Haupt-Trainingspartner 1991/92. Philipp über den Race-Across-America-Finisher: "Der normalste Verrückte, den ich je kennen gelernt habe."

Erst das Produkt, dann das Geld - wer dies liest, wird vielleicht schmunzeln. Doch wer Philipp erlebt, wie enthusiastisch er mit leuchtenden Augen von seinem Team erzählt, der wird es ihm abnehmen: "Für mich hat sich mit diesem Unternehmen ein Traum erfüllt. Den kommerziellen Erfolg sehe ich als zwangsläufigen und nützlichen "Abfall" eines gelungenen Radferienangebotes. An erster Stelle steht immer mein Gast. Alles weitere ergibt sich dann von ganz allein."
Größer soll Philipp's Bike Team also nicht werden. "Jedenfalls nicht im Clubbereich", lässt Philipp erahnen, dass er noch sehr viele neue Ideen hat. "Man darf von uns noch einiges erwarten. Vielleicht gibt es noch in diesem Jahr eine Überraschung", kündigt der Chef an, der von sich selbst sagt, noch nie so viel gearbeitet zu haben wie in den vergangenen sieben Jahren für sein Bike Team ("Allerdings bin ich auch noch nie so wenig Rad gefahren...").


1993: Als der Pulsmesser bei Tempo 30 immer noch
120 Schläge zeigte... (damaliger Ruhepuls: 36).

Und deshalb können wir uns auf eines verlassen: Wenn wir Philipp mal wieder mit wehenden Haaren durchs Hotel huschen und im nächsten Moment verschwinden sehen, dann arbeitet der Mann - und zwar für uns. Er hat sich zwar vorgenommen, sich in der nächsten Saison öfter auf dem Rad sehen zu lassen ("Ich liebe Radfahren - wahrscheinlich komme ich deshalb kaum noch dazu...") - aber ob das tatsächlich was wird?

2004: Philipp vor der 7. PBT-Radferiensaison, der er mit viel Zuversicht entgegensieht.



Zum Glück hat Philipp dafür ja sein bewährtes Teamleader-Team. Und mit einigen von ihnen beginnen auch die heutigen NEWS:


Philipps Team-Mitglieder lassen es sich vor Beginn der
Saison zu Hause in der Schweiz gut gehen: Hans (von
links), Priska, Noldi und Mallorca-Andy mit Bekannten
beim Radquer in Dagmarsellen (hinter der Kamera: Pedro!).

- Gruppenleiter-Stelldichein beim Internationalen Radquer in Dagmarsellen: Quasi vor der Haustür von Noldi, Priska und Mallorca-Andy, trafen sich ebendiese mit ihrem Gruppenleiter-Kollegen Hans Isenschmidt. Ein Kenner des Teams hat sich beim Betrachten des Fotos übrigens gewisse Parallelen zu Politikern nicht verkneifen können. Sein Kommentar: Typisch - nicht selber arbeiten (in diesem Fall Rad fahren), aber nach getaner Arbeit anderer sich stolz fotografieren lassen. Und damit das Ganze nicht so auffällt, tarnt man sich diskret mit Sonnenbrillen, hehe... Alle vier (mit genauen Angaben, wann sie auf Mallorca für Euch da sind) findet Ihr übrigens (ohne Sonnenbrillen) auf der Homepage www.radferien-mallorca.com, wenn Ihr dort links in der Menüleiste auf "Das Team" klickt. Ach ja: Das Rennen in Dagmarsellen gewann übrigens der Belgier Peter von Santvliet vor den Schweizern Michael Baumgartner und Jan Ramsauer. Mehr Fotos im Online-Forum von Philipp's Bike Team (Radquer Dagmarsellen).

- Pro und Kontra Rollentraining im Winter: Im Online-Forum ist dieses Thema nach Beats Thesen im Infoletter No.5 ("Kaltfront") mittlerweile zum Dauerbrenner geworden. Schaut doch mal selbst vorbei und schreibt, wie Ihr es in der dunklen Jahreszeit mit dem Radfahren haltet. Beat selbst hat dazu im Forum auch noch mal dezidiert Stellung bezogen: Wintertraining - draußen oder auf der Rolle?


Gruppenbild mit Altmeister und hoffnungsvollem Schweizer
Nachwuchs (von links): Beat, Jennifer Hohl, Rico Rüdisühli,
Stefan Ammann und Thierry Hohl. Kleines Foto: Doris Hohl,
die Mutter der beiden talentierten Geschwister.

- Vorbereitung bei Philipp's Bike Team zahlt sich aus:
Im Jahresklassement 2003 des Schweizerischen Rennfahrerverbandes belegt bei den Anfängern der 16 Jahre alte Thierry Hohl den 1. Platz und seine Schwester Jennifer immerhin noch den 3. Rang in der Kategorie B des Frauen-Nachwuchs. Beide waren im vorigen Jahr Ende Januar gemeinsam mit ihrer (nicht minder talentierten) Mutter Doris zu Gast im Clubhotel Antillas. Die Vorgeschichte: Eigentlich sollte Thierry mit seinen Schulkameraden in ein Skilager (wie in der Schweiz üblich). Er wollte aber lieber mit dem Rad trainieren, und seine Mutter erreichte bei seinen Lehrern tatsächlich die Bewilligung hierfür. Nun bekam seine Schwester Jennifer ebenfalls Lust, sagte sich "was mein kleiner Bruder kann, kann ich schon lange" und nahm die Mutter gleich auch noch mit (oder so ähnlich). Zu Hause bleiben musste somit nur Vater Roger (natürlich auch begeisterter Radfahrer) und das Urlaubsgeld für den Rest der Familie verdienen...

Eine Meldung, die mal wieder zeigt, dass Philipp's Bike Team eben Radferien für die ganze Familie und nicht nur für verbissene Renncracks bietet. Wer bislang immer noch Bedenken hat, ob er sich auch als wenig trainierter Hollandradfahrer(-in) den bergigen Südwesten Mallorcas zutrauen kann, dem empfehle ich die Lektüre des nächsten Infoletter. Denn da gibt's Geschichten von Menschen, die zu Hause nicht viel weiter als bis zum Bäcker und zurück geradelt waren, ehe sie sich nach Mallorca wagten - und von dort mit stolzgeschwellter Brust zurückkehrten...

Hasta luego!

Euer Hügi

(huegi@gmx.com)

 

Liebe Radsportfreunde! Sollte Euch unser Infoletter gefallen, würden wir uns freuen, wenn Ihr ihn an Freunde und Bekannte weitersendet.

Vielen Dank! Euer Philipp

 


Sonnenuntergang im Südwesten, Neujahrstag 2004. Gesehen vom "Ensaimadahügel" in Santa Ponsa.

Radferien für den Radsportler, Radwanderer und Rad-Individualisten auf Mallorca Radferien für den Radsportler, Radwanderer und Rad-Individualisten auf Mallorca Radferien auf Mallorca

Radsport- und Radwanderferien auf Mallorca
Pyrenäenrundfahrt mit 25 Pässen
Fernfahrt Basel - Mallorca 1350 km


Buchungsinfos, Gratiskatalog und CD-ROM:





Reisebüro Deutschland:
Philipp's Bike Team Reiseorganisations GmbH

Salzuferstrasse 88
33719 Bielefeld
0049/(0)521 136 00 -30 Fax: -31

 
Schweiz:

 Beat: 1/9410603

Ausführliche Informationen über unser Angebot und ein Supportforum für Fragen finden Sie auf:

www.radferien-mallorca.com