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Blick auf den Galatzo vom Golfplatz in Santa Ponsa
Die
Geschichte von Philipp und seinem Bike Team - oder: Wie sich ein
Reformhaus-Aussteiger mit Zeitfahrhelm seinen Traum erfüllte
Liebe
Radfahrerinnen, liebe Radfahrer!
"Ich bin der Philipp und habe hier die
Gesamtverantwortung." Das war's aber auch schon fast.
Viel mehr wusste ich bis vor kurzem nicht über den Eigentümer
und Namensgeber des Radferien-Veranstalters, dem ich seit
einigen Jahren mit wachsender Begeisterung regelmäßig
mein Urlaubsgeld überweise. Zwei Sätze aus tiefer
Schweizer Kehle, allwöchentlich bei der Begrüßung
der Gäste im Club-Hotel Antillas gesprochen von einem
langhaarigen Brillenträger mit Schnauzer und Pferdeschwanz,
zu dem Jesus-Latschen und Anti-Atomkraft-Aufkleber viel besser
passen würden als Rennräder und die Bezeichnung "Firmeninhaber".
Na gut, ab und zu sah ich diesen vermeintlichen Alt-68er
noch hektisch durchs Hotel huschen. Und wenn ich hechelnd
irgendwelche mallorquinischen Steigungen hochfuhr, lag er
plötzlich seltsam verdreht und Zähne fletschend
irgendwo neben der Straße im Graben, um von mir und
allen anderen Fotos für die Bilderschau am Abschlussabend
zu knipsen. Ach ja, und dass der Mann mit der Gesamtverantwortung
und dem markanten Outfit irgendwann mal "ausgestiegen" sein
soll und dass es Philipp's Bike Team seit ungefähr sechs
Jahren gibt, hatte ich auch gehört. Das war dann aber
auch wirklich schon alles. Und mir nicht genug.
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| Foto links: Philipp,
wie ihn seine Gäste auf Mallorca kennen: Die Kamera im
Anschlag, wartet der leidenschaftliche Fotograf auf die nächste
Radlergruppe, um Bilder zu schießen für die große
Multimedia-Schau am Abschlussabend einer jeden Ferienwoche. |
Deshalb habe ich ihm kürzlich aufgelauert, um ihn in einer
ruhigen Stunde auszuquetschen. Über Philipp's Bike Team im
Allgemeinen und "den Philipp" im Speziellen. Und habe
dabei einen Idealisten kennen gelernt, der einst die Idee im Kopf
hatte, "die guten alten Zeiten in Form von nostalgisch-modernen
Radferien" wieder aufleben zu lassen. 1998 wurde dieser Traum
wahr - und lockt seitdem Jahr für Jahr immer mehr Hobby-Radler
nach Mallorca. Mich auch.
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Ein Häuschen mit Aussicht auf das mallorquinische Mittelland
in Lloseta: Damals Wohnort von Philipp und Petra und Geburtsstätte
des Philipp's Bike Team im Herbst 1996. Auf der Terrasse:
Petra, Philipp (links) und sein Freund Marcel Iseli.
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"Klein, aber fein auf hohem Niveau",
sagt Philipp, soll das sein, was den Unterschied zu anderen
Veranstaltern ausmacht. Unter dem Credo "Klasse statt
Masse" möchte der 49-Jährige seinen Gästen "einen
kleinen Diamanten" bieten, bei dem sie sich zu Hause
fühlen.
Nicht mehr zu Hause gefühlt hatte sich Philipp 1990
im traditionsreichen Familien-Unternehmen, der Reformhauskette
Egli (ältestes Reformhaus in der Schweiz, 1895 gegründet).
Als einer von drei Aktionären und Delegierter des Verwaltungsrates
verließ Philipp nach 19-jähriger Mitarbeit die
Firma wegen unterschiedlicher Auffassungen über deren
Führung - um in den folgenden zwei Jahren hauptsächlich
Rad zu fahren und das Leben zu genießen. |
Gegen den Wind mit
Blick nach vorn: Philipp 1991. |
Während seiner monatelangen
Aufenthalte im Hotel Delta auf Mallorca lernte Philipp (spricht übrigens
Spanisch, Französisch, Englisch - und ein wenig Hochdeutsch
;-) seinen heutigen sportlichen Leiter Beat Gfeller und seine
große Liebe Petra aus Deutschland kennen, die dort
mit ihrer Mutter Ferien machte. Den Gästen von Philipp's
Bike Team ist Petra heute längst bestens bekannt als
Boutique-Chefin, Radwander-Gruppenleiterin und Inbegriff
der guten Laune. Wenn die beiden auf Mallorca sind, wohnen
sie übrigens zusammen in El Toro bei Santa Ponsa.
Philipp fiel Anfang der neunziger Jahre in Radsportkreisen übrigens
weniger durch Leistungsstärke als vielmehr durch sein
spektakuläres Erscheinungsbild auf. Beat erinnert sich
schmunzelnd: "Er hatte die längsten Haare und das
Beste vom Besten an Ausrüstung, war Ästhet durch
und durch. Nie vergessen werde ich, als Philipp eines Tages
mit einem futuristischen tschechischen Zeitfahrhelm an den
Start kam. So ein Ding mit einem stromlinienförmigen
Visier nach hinten - lang genug, um sich den unteren Rücken
kratzen zu können." |
Philipps Lebensgefährtin Petra
und der Superstar der Familie,
"Scotty the Mottler". |
Als Philipp fast in den Lenker biss:
Zeitfahren 1992 bei der Vuelta Mallorca
für Senioren in Lloret. |
1990 Mannschaftsvierer beim 40-km-Zeitfahren
an der
Steigung Weiacher im Züricher Unterland. Von links:
Philipp
(mit seinem legendären tschechischen Zeitfahrhelm ;-),
Bumi, Elite-Fahrer Rolf... |
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1991, als
Sekunden noch wichtig schienen: 300 Situps zum
Frühstück und 300 zum Sandmännchen... |
Das Radsport-Fieber hatte den Aussteiger vollends gepackt. Ihn, den
früheren Segler (Schweizer Jugendauswahl Bootsklasse 420) und
Schachspieler (Nationalliga B, hinteres Brett), der erst 1988 mit
34 Jahren in seiner Stammkneipe von Kumpels zum Radfahren gebracht
worden war. Seine Lehrmeister damals: Heinz Heinemann, früherer
Schweizer Meister in der Bahnverfolgung, und der ehemalige Sechstage-Crack
Freddy Eugen.
"Ich war nie ein besonders guter Rennfahrer", erzählt
Philipp. "Aber ich wollte herausfinden, wie weit ich meinen
Körper ,umbauen' konnte. Mein Hauptziel war, in einem coupierten
20-Kilometer-Zeitfahren in der Schweiz, das wir interne Weltmeisterschaft
nannten, alle Freunde und Bekannte einmal zu schlagen. 1992 wurde
ich immerhin Dritter und 1993 Vierter. Mehr war aber nicht drin",
gibt der Nichtraucher (seit 16 Jahren - vorher 30 bis 40 Zigaretten
täglich) zu, der als das Wichtigste in seinem Leben seine
geistige Freiheit bezeichnet.
"Die aber kann ich nur erreichen durch finanzielle Unabhängigkeit,
also durch eine vernünftige Lebensweise", erläutert
Philipp. Für ihn komme nie in Frage, heute Geld auszugeben,
das er vielleicht morgen erst verdient. Finanzielle Risiken seien
seine Sache nicht.
Auf Mallorca war Philipp zunächst 1993 und 1994 ohne Entgelt
beim Radferienveranstalter Max Hürzeler (Swiss-Bicycle-Team)
als Fotograf ("ich bin leidenschaftlicher Autodidakt")
und Berater tätig, konnte sich aber mit dessen Firmenphilosophie
nicht anfreunden. "Ich hatte andere Vorstellungen, wusste
aber noch nicht, wie man das realisieren könnte", erzählt
Philipp.
Als er 1996 von einem Hotelier gefragt wurde,
ob er nicht selbst Radferien veranstalten wolle, kam die "Ideenfabrik" Egli
so richtig auf Touren. Nach schier endlosen Verhandlungen
und vielen, vielen schlaflosen Nächten konnte Philipp
1998 dann im Hotel Magalluf Park 3 gemeinsam mit alten Bekannten
und Idealisten loslegen. Das handverlesene Team der ersten
Stunde bestand aus Günther und Isabel Koch, Bumi, Beat,
Adrian, Burki, Petra, Hölzli, Heinz Heinemann und Ex-Weltmeister
Carsten Wolf.
Der Erfolg stellte sich schon bald ein. 2000 wechselte Philipp's
Bike Team ins Vier-Sterne-Hotel Antillas als Club-Standort,
2001 wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Reiseveranstalter
Universal in Paguera für individuelle Radferien im Hotel
Lido Park die erste Radstation eröffnet. |
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Foto der ersten Stunde: Das Philipp's Bike Team einen Tag
vor dem Start 1998. Oben von links: Bumi, Beat, Günter,
Philipp, Adrian, Hölzli. Unten von links: Philipps
Schwester Daniela, Petra und Isabel (es fehlen Carsten
Wolf, Burki und Heinz Heinemann).
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Seit 2001 ist der vierfache Race-Across-America-Teilnehmer
Beat Gfeller ganzjährig als sportlicher/technischer
Leiter für das Team im Einsatz - und in jenem Jahr fand
auch die erste Fernfahrt Basel-Mallorca statt. 2002 eröffnete
Philipp an der Ostküste Mallorcas im Universal-Hotel
Perla (in S'Illot) die zweite Radstation (für Gäste,
die es lieber flach bis wellig und nicht ganz so bergig lieben),
2003 wurde die erste Pyrenäenrundfahrt veranstaltet.
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So sieht die nette
Stimme vom Telefon
aus: Petras Schwes-
ter Birgit Lerp leitet
das Reisebüro von
Philipp's Bike Team
in Bielefeld.
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Die deutsche Buchungsstelle in Bielefeld ist mittlerweile
zum vollwertigen Reisebüro geworden (Chefin ist übrigens
Petras Schwester Birgit Lerp) und das Team auf Mallorca
stetig gewachsen. Aber damit soll es auch gut sein, was
die Größe betrifft. "Wir sind uns alle
einig", sagt Philipp, "dass 170 Gäste
pro Woche die absolute Obergrenze sind. Ansonsten können
wir unsere Gäste nicht mehr so umsorgen, wie wir
es möchten. Auf keinen Fall wollen wir zum Massenbetrieb
werden." |
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Foto rechts: Beat Gfeller war Philipps Haupt-Trainingspartner 1991/92.
Philipp über den Race-Across-America-Finisher: "Der normalste
Verrückte, den ich je kennen gelernt habe."
Erst das Produkt, dann das Geld - wer dies
liest, wird vielleicht schmunzeln. Doch wer Philipp erlebt,
wie enthusiastisch er mit leuchtenden Augen von seinem Team
erzählt, der wird es ihm abnehmen: "Für mich
hat sich mit diesem Unternehmen ein Traum erfüllt. Den
kommerziellen Erfolg sehe ich als zwangsläufigen und
nützlichen "Abfall" eines gelungenen Radferienangebotes.
An erster Stelle steht immer mein Gast. Alles weitere ergibt
sich dann von ganz allein."
Größer soll Philipp's Bike Team also nicht werden. "Jedenfalls
nicht im Clubbereich", lässt Philipp erahnen, dass
er noch sehr viele neue Ideen hat. "Man darf von uns
noch einiges erwarten. Vielleicht gibt es noch in diesem
Jahr eine Überraschung", kündigt der Chef
an, der von sich selbst sagt, noch nie so viel gearbeitet
zu haben wie in den vergangenen sieben Jahren für sein
Bike Team ("Allerdings bin ich auch noch nie so wenig
Rad gefahren..."). |

1993: Als der Pulsmesser bei Tempo
30 immer noch
120 Schläge zeigte... (damaliger Ruhepuls: 36).
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Und
deshalb können wir uns auf eines verlassen: Wenn wir Philipp
mal wieder mit wehenden Haaren durchs Hotel huschen und im nächsten
Moment verschwinden sehen, dann arbeitet der Mann - und zwar für
uns. Er hat sich zwar vorgenommen, sich in der nächsten Saison öfter
auf dem Rad sehen zu lassen ("Ich liebe Radfahren - wahrscheinlich
komme ich deshalb kaum noch dazu...") - aber ob das tatsächlich
was wird?
2004: Philipp vor der 7. PBT-Radferiensaison,
der er mit viel Zuversicht entgegensieht.
Zum Glück hat Philipp dafür ja sein
bewährtes Teamleader-Team. Und mit einigen von ihnen beginnen
auch die heutigen NEWS:

Philipps Team-Mitglieder lassen es
sich vor Beginn der
Saison zu Hause in der Schweiz gut gehen: Hans (von
links), Priska, Noldi und Mallorca-Andy mit Bekannten
beim Radquer in Dagmarsellen (hinter der Kamera: Pedro!).
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- Gruppenleiter-Stelldichein beim Internationalen
Radquer in Dagmarsellen: Quasi vor der Haustür von Noldi, Priska
und Mallorca-Andy, trafen sich ebendiese mit ihrem Gruppenleiter-Kollegen
Hans Isenschmidt. Ein Kenner des Teams hat sich beim Betrachten des
Fotos übrigens gewisse Parallelen zu Politikern nicht verkneifen
können. Sein Kommentar: Typisch - nicht selber arbeiten (in
diesem Fall Rad fahren), aber nach getaner Arbeit anderer sich stolz
fotografieren lassen. Und damit das Ganze nicht so auffällt,
tarnt man sich diskret mit Sonnenbrillen, hehe... Alle vier (mit
genauen Angaben, wann sie auf Mallorca für Euch da sind) findet
Ihr übrigens (ohne Sonnenbrillen) auf der Homepage www.radferien-mallorca.com,
wenn Ihr dort links in der Menüleiste auf "Das Team" klickt.
Ach ja: Das Rennen in Dagmarsellen gewann übrigens der Belgier
Peter von Santvliet vor den Schweizern Michael Baumgartner und Jan
Ramsauer. Mehr Fotos im Online-Forum von Philipp's Bike Team (Radquer
Dagmarsellen).
- Pro und Kontra Rollentraining im Winter: Im
Online-Forum ist dieses Thema nach Beats Thesen im Infoletter No.5
("Kaltfront")
mittlerweile zum Dauerbrenner geworden. Schaut doch mal selbst
vorbei und schreibt, wie Ihr es in der dunklen Jahreszeit mit dem
Radfahren haltet. Beat selbst hat dazu im Forum auch noch mal dezidiert
Stellung bezogen: Wintertraining
- draußen oder auf der Rolle?
Gruppenbild mit Altmeister und hoffnungsvollem
Schweizer
Nachwuchs (von links): Beat, Jennifer Hohl, Rico Rüdisühli,
Stefan Ammann und Thierry Hohl. Kleines Foto: Doris Hohl,
die Mutter der beiden talentierten Geschwister.
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- Vorbereitung bei Philipp's Bike Team zahlt sich aus:
Im Jahresklassement 2003 des Schweizerischen Rennfahrerverbandes
belegt bei den Anfängern der 16 Jahre alte Thierry Hohl den
1. Platz und seine Schwester Jennifer immerhin noch den 3. Rang in
der Kategorie B des Frauen-Nachwuchs. Beide waren im vorigen Jahr
Ende Januar gemeinsam mit ihrer (nicht minder talentierten) Mutter
Doris zu Gast im Clubhotel Antillas. Die Vorgeschichte: Eigentlich
sollte Thierry mit seinen Schulkameraden in ein Skilager (wie in
der Schweiz üblich). Er wollte aber lieber mit dem Rad trainieren,
und seine Mutter erreichte bei seinen Lehrern tatsächlich die
Bewilligung hierfür. Nun bekam seine Schwester Jennifer ebenfalls
Lust, sagte sich "was mein kleiner Bruder kann, kann ich schon
lange" und nahm die Mutter gleich auch noch mit (oder so ähnlich).
Zu Hause bleiben musste somit nur Vater Roger (natürlich auch
begeisterter Radfahrer) und das Urlaubsgeld für den Rest der
Familie verdienen...
Eine Meldung, die mal wieder zeigt, dass Philipp's Bike Team eben
Radferien für die ganze Familie und nicht nur für verbissene
Renncracks bietet. Wer bislang immer noch Bedenken hat, ob er sich
auch als wenig trainierter Hollandradfahrer(-in) den bergigen Südwesten
Mallorcas zutrauen kann, dem empfehle ich die Lektüre des
nächsten Infoletter. Denn da gibt's Geschichten von Menschen,
die zu Hause nicht viel weiter als bis zum Bäcker und zurück
geradelt waren, ehe sie sich nach Mallorca wagten - und von dort
mit stolzgeschwellter Brust zurückkehrten...
Hasta luego!
Euer Hügi
(huegi@gmx.com)
Liebe Radsportfreunde! Sollte
Euch unser Infoletter gefallen, würden wir uns freuen,
wenn Ihr ihn an Freunde und Bekannte weitersendet.
Vielen Dank! Euer Philipp

Sonnenuntergang im Südwesten, Neujahrstag 2004. Gesehen vom "Ensaimadahügel" in
Santa Ponsa.
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