Infoletter 93 - Peking, GW1516-Mäuse und 1997er Binissalem
Freitag, 22. August 2008 11:23

Mallorca Impression I: Heuernte nahe dem Dorf Llucmajor. Im Hintergrund ist der Randa zu sehen
Liebe Gäste, und Freunde des Philipp’s Bike Team
na, auch brav am Olympia schauen? Wahnsinn, oder? Menschen, Tiere, Sensationen und das beste – alles endlich mal ohne Doping. Doch, doch. Ich habe mir zum Beispiel mal das Gewichtheben der Frauen angeschaut. Das Ergebnis: Die sind so dermaßen stark, die brauchen gar kein Doping. Da war so eine winzige Chinesin, die wog 48 Kilo und stemmte auf einmal das Gewicht eines kleinen Klaviers. Wenn die auch noch gedopt wäre, würde sie doch platzen. Eine einzige Pille und Peng, ganz sicher!
Nein, chemische Schnellmacher sind eher was für uns Freizeitradlern wenn auch biochemische, sprich Rotwein. Da gibt es zum Beispiel auf Mallorca den göttlichen Binissalem, nicht ganz billig, aber ordentliches Doping war ja noch nie besonders günstig. Auf jeden Fall – wenn man den abends trinkt, fährt man den Galilea anderntags ganz anders hoch als ohne. Nicht unbedingt schneller, aber irgendwie beschwingter. Am 12. September geht es wieder los, Saison zweiter Teil mit Sonnengarantie und vor allem mit einem warmen Meer direkt vor der Terrasse. Am 16. September kommen dann auch die Fernfahrer von Basel – Mallorca auf der Insel an, die sich nach vollbrachter Arbeit sicher auch mal gerne ins Meer stürzen werden. Wer dabei sein will – da der Ölpreis zurzeit wieder deutlich fällt, sind die Horrorszenarien von steil ansteigenden Flugpreisen ja nicht eingetreten. Und Platz im Clubhotel gibt es auch noch, genauso wie 1997er Binissalem (hoffentlich).

Mallorca Impression II: Das Dorf Andratx im Südwesten Mallorcas
Womit wir wieder beim Doping wären, also in Peking. Mir hat ja am besten dieser Ami im Schwimmbecken gefallen. Absolut sauber der Mann. Medaillen am Fließband, zwei Weltrekorde in einer Stunde, Phelps schwimmt schneller, als andere laufen. Natürlich alles nur mit Haferflocken und Vitaminpillen. Böswillige Menschen sagen ja, der Mann habe derart große Füße (Schuhgröße 48,5) und ein derart spitzes Kinn, das ginge nur mit synthetischem Wachstumshormon, das man ja nicht nachweisen kann. Unsinn, das ist das gleiche wie bei den Gewichthebern. Der Mann ist so schnell, wenn der auch noch dopen würde, müsste er ja vor der Wende bremsen, wie letztes Jahr der Däne Michael Rasmussen, wenn er bei der Tour die Berge hochgeflogen ist.
Obwohl, es gibt ja jetzt was Neues. Die Amis haben eine Substanz entwickelt die GW1516 heißt und die Kraftausdauer von Mäusen um 77 Prozent gesteigert hat. Und das Beste daran – das ganze funktioniert ohne Training, einfach so. Über Nacht wird jeder dürre Nager zur Mucki Maus. Schon eine hübsche Vorstellung. Man haut sich abends mit einem schönen Glas Rotwein ein wenig GW1516 rein und fährt ein paar Tage später den guten Beat oder Andi am Orient auseinander. Dummerweise bräuchte es dazu bei mir ein wenig mehr als 77 Prozent Leistungssteigerung. So zwischen 177 und 200 Prozent mehr müsste es wohl schon sein.
Nein, nein, wir bleiben hübsch sauber. Wir fahren Rad ja nur zum Spaß. Nur eines würde mich wirklich mal interessieren. Wie machen die Spanier das eigentlich? Sastre gewinnt die Tour, Sanchez Gold im Straßenrennen, der Bergfahrer Contador wird Vierter im olympischen Zeitfahren?! Ganz nebenbei laufen die spanischen Kicker flink wie GW1516-Mäuse zum Europameistertitel und der Mallorquiner Nadal siegt in Wimbledon. E viva Espana in allen Disziplinen. Aber ehrlich gesagt ist mir das langsam auch egal, mein GW1516 heißt weiter Binissalem und ich möchte mir auch nicht von einem spanischen Frauenarzt das Blut tauschen lassen. Echt nicht. Bis dahin Jürgen Löhle
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