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Infoletter 92 - Fatburning: Das Kreuz mit dem Gewicht
Samstag, 05. Juli 2008 14:01
 Auf dem weg zum Titelgewinn
| | Wir gratulieren Jennifer Hohl zum Schweizermeister Titel und Michel Jungo zu den guten Plazierungen! | |  Die neue Schweizermeisterin umrahmt von: Pascale Schnider 2. PLatz und der 3. Emilie Aubry
| Liebe Gäste, und Freunde des Philipp’s Bike Team, mal ehrlich, es war jetzt doch Zeit, dass der Fußball vorbei ist. Es hat zwar Spaß gemacht, aber mir ganz persönlich einen drei Kilo schweren Chips-und-Bier-Ring um die Hüften gebracht. Und das ganze bei 400 Kilometer Trainingsausfall wegen Fernsehgucken. Das hält natürlich nur einer aus, der richtig gut in Form ist, wie zum Beispiel die Teilnehmer unserer Fernfahrt Paris - Nizza. In diesem Frühsommer durften sich nämlich unsere Aktiven auf den 1020 Kilometern Richtung Meer nicht nur mit den Pässen, sondern auch mit dem Wetter messen. Es hat ziemlich oft geregnet, schon nach zwei Tagen waren die Regenklamotten in der mitgeführten Boutique ausverkauft. Trotzdem konnten wir jede Etappe fahren, auch die über den Col de la Bonette, allerdings ohne den ansonsten wie immer eisenharten Beat. Der "Chef de la Route" lag mit 38 Grad Fieber wegen einer Salmonellenerkrankung flach. Der Eisenmann im Besenwagen - für Beat eine ganz neue Perspektive, auf die er allerdings künftig keinen Wert mehr legt.
Der Bonette ist ja ein ziemlicher "Sauhund", weshalb sich Rainer vorsichtshalber eine 27er Rettungsring montieren ließ. Allerdings fragte der gute Mann bei Guido nach, dessen Mechanikerqualitäten sagen wir mal ein wenig eingeschränkt sind. Trotzdem bekam Rainer sein gewünschtes Hinterrad und bezwang den Bonette mit bemerkenswert rundem Tritt, wie er Abend danach strahlend berichtete. Der einzige Fehler - das neue Hinterrad hatte auch nur ein 25er Ritzel als leichteste Übersetzung, wie sein Originalrad auch. Wir lernen daraus - nie den Busfahrer fragen oder wenigstens Zähne zählen.
Begonnen hatte unsere Fahrt übrigens in Etampes, wo am 27. Juli die letzte Etappe der Tour de France 2008 gestartet wird. Und auch auf der Fahrt begegneten wir den Profis. In Embrun war Denis Mentchow, der Spitzenfahrer von Rabobank, im Hotel, um die Streckenführung der Alpenetappen zu erkunden. Wir fuhren allerdings weiter Richtung Süden und in Nizza kletterten alle Teilnehmer nach insgesamt 12500 Höhenmetern gesund und glücklich aus dem Sattel - nur Beat war noch ein wenig wacklig auf den Beinen. Bis Basel - Mallorca (6. bis 16. September) ist er aber längst wieder fit und alle hoffen auf ein stabiles Hoch. Diese Fernfahrt ist aber leider schon ausgebucht. | | Die Roller in der Abfahrt zum Lac de Serre Ponçon
 Ausblick zum Cime de la Bonette 2802 MüM (links im Bild)
 Start in Etampes | Zurück zum leidigen EM-Übergewicht. Für uns Radler ist das natürlich eine Riesenplage. Pro Kilo Übergewicht musst du am Berg sechs Watt mehr treten um die gleiche Geschwindigkeit zu haben wie davor. Das ist bei einem langen Anstieg und drei Kilo zuviel natürlich ordentlich Holz. Also weg damit, aber wie? Am einfachsten wäre es, den Ring noch ein paar Wochen zu ignorieren und ab 13. September noch eine schnelle Woche auf Mallorca einzuschieben. Und dann noch mal richtig alles durch, so mit Orient und Marathon und abends statt sechs nur dreimal ans Büffet. Also gut, viermal. Wer sich schon vorher im Freibad oder am Strand makellos präsentieren will, für den gibt es auch die harte Tour, also strengste Diät oder ab in die Alpen und zweimal am Tag Alpe d’Huez hoch. Am 23. Juli kommt ja die Tour de France dort vorbei. Um die 45 Minuten brauchen die schnellsten für die letzten 14 Kilometer (1000 Höhenmeter). | |  Nur noch halb so schwer: Fatburning auf dem Gipfel des Mt. Ventoux, Provence/Frankreich nach 23 Km Aufstieg.
| Ich habe es auch ein paar Mal gemacht, über die Zeit möchte ich aber lieber schweigen und Gewichtsverlust bringt es auch nicht, weil man abends am savoyardischen Raclette hängen bleibt und viel Rotwein zur Verdauung braucht. Auch wenn man mehr als doppelt so lange unterwegs war als die Profis. Dann doch lieber Fatburning rollen und Disziplin. Dummerweise schaffe ich bei Puls 100 nur noch einen 17erSchnitt und wenn ich dann von einem bärtigen Jungmüsli auf einem Hollandrad mit Kinderanhänger überholt werde, fällt es mir schon schwer, das Fähnchen schwingende Kind im Hänger freundlich anzulächeln während das Gespann mit quietschender Kette davonzieht. Wenn Fatburning, dann also nur morgens um Fünf auf wenig befahrenen Nebenstrecken. Oder gleich auf die Rolle, was aber im Sommer gar keinen Spaß macht. Es ist schon ein Kreuz mit dem Gewicht. Ich habe es jetzt für diesen Hochsommer abgehakt, weil ich jetzt drei Wochen Tour de France gucken muss. Und danach Olympia. Aber dann ist September und ich kann bei Philipp einem einfühlsamen Gruppenleiter stundenlang mein Leid klagen und tapfer Kilometer spulen. Das wird schon klappen, nur die Büffet-Disziplin – da bin ich mir noch nicht so sicher. Jürgen Löhle Lust zu schmökern? Hier findet Ihr unser Infoletter-Archiv.
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