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Philipp's Bike Team News:

Infoletter 91 - Rasende Blutbeutel und die letzten Helden

Mittwoch, 25. Juni 2008 17:04

Jetzt kommt ja die Jahreszeit, wo das große Kribbeln beginnt. In ein paar Wochen geht es los, vive le Tour de France. Aber irgendwie bleibt einem die Vorfreude ein bisschen im Hals stecken...


Die Bucht von Santa Ponsa

Liebe Gäste, und Freunde des Philipp’s Bike Team

Jetzt kommt ja die Jahreszeit, wo das große Kribbeln beginnt. In ein paar Wochen geht es los, vive le Tour de France. Aber irgendwie bleibt einem die Vorfreude ein bisschen im Hals stecken. Der Ulle ist zur großen Enttäuschung mutiert, Schweizer Klassementfahrer gibt es auch keine, es fehlen neue Helden, die einem ein biswschen das Herz wärmen. Früher haben wir mit stolz geschwellter Brust nach Frankreich geguckt, jetzt sind wir nur noch das Heimatland rasender Blutbeutel.


... als die Welt des Radsports noch in Ordnung war.

 

Wir brauchen also ein neues Idol. Klöden darf nicht mitfahren, weil sein monglisches Team Astoria oder wie das heißt nicht gelitten ist. Wie wäre es mit Markus Fothen? Dummerweise sagt der Name der Hälfte aller Menschen an einem Stammtisch gar nichts, die anderen halten ihn zwar für ein großes Talent, das irgendwann einmal unter die Top-Ten in Paris kommen könnte, aber sonst? Außerdem könne man seinen Namen nicht richtig brüllen. Ulle war ok, Klödi tut’s auch – aber  Föthi? „Schwing die Pfoten, auf geht’s Fothen“. Ich weiß nicht.
Jetzt fallen einem noch Namen ein wie Erik Zabel, Jens Voigt, Stefan Schumacher, Gerald Ciolek oder  Linus Gerdemann ein, aber die richtigen Kracher sind das wohl nicht und der Gerdemann, immerhin Etappensieger in den Alpen vor einem Jahr, auch noch verletzt. Es gab wirklich schon bessere Zeiten für Fans. Die Schweizer haben wenigstens noch einen Cancellara, der immer für einen Etappensieg gut ist. Aber fürs Klassement reicht es auch bei ihm nicht.

Also fahren wir lieber selber. Ist eh gesünder und wahrscheinlich auch ein wenig ehrlicher. Meistens wenigstens. Besonders gut fühlt man sich übrigens, wenn man die Form  noch ein wenig in den Winter hinein verlängern kann. Die große Fernfahrt Basel – Mallorca Anfang September ist allerdings leider bereits restlos ausgebucht. Aber im Teamhotel auf Mallorca ist für den zweiten Teil der Saison noch genug Platz.
Ich war im vergangenen September zum ersten Mal sozusagen im Sommer auf Mallorca und muss sagen, das hat wirklich seinen ganz eigenen Reiz. Hektik im Hotel ist ein Fremdwort, die Nebenstraßen sind genauso einsam wie im Frühjahr und wenn man nachmittags von der Tour zurückkommt, stellt man das Rad ab und springt direkt vor dem Hotel ins 26 Grad warme Mittelmeer. Das, liebe Leute, hat was. Und wer schlau ist bucht jetzt, da man im Moment laut Philipp noch Flüge so um die 200 Euro finden kann.

 


Die Vuelta Mallorca im September

Und wer trotzdem Rennen schauen will - die Vuelta in den ersten drei Septemberwochen läuft live im Fernsehen. Und da das Hotel nagelneue  Flatscreens auf jedem Zimmer hat, ist das gar kein Problem. Aber ich denke wir fahren lieber selber.



Bis dahin
Jürgen Löhle


Jürgen Löhle ist der Autor der Rad-Kultfigur Brägel (monatliche Kurzgeschichte im Radmagazin Tour). Wer Brägel näher kennen lernen will, dem sind seine beiden Bücher empfohlen. "Normale Härte" und "Kurz und flach" sind in Deutschland im Delius-Klasing-Verlag erschienen. Der dritte Band von Jürgen Löhles Brägel, "Nur zum Spaß!": Brägels neueste Ausreißversuche - Lebenshilfe für Hobby-Radsportler, erscheint im Oktober 2008.


Euer Philipp

 




Galiea haben wir heute am Marathon zum zweit letzen Mal für diese Saison in Angriff genommen.



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